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Herbst News: Kirschenangebot, Warum ich Kunst mache, Urteilsfähigkeit

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Nach meinem letzten Newsletter bekam ich zu diesem Bild ein erfreuliches Feedback, das ich dir nicht vorenthalten möchte:  

Liebe Sibylle

Es ist mir ein Vergnügen, dir auf deine Email mit dem Hinweis auf die Ausstellung in der Spalenvorstadt in Basel zu antworten. Insbesondre daher, weil mir wieder einmal bewusst wurde, dass sich ein zweiter oder sogar dritter Blick auf ein Kunstwerk lohnt. Ich spreche dein Bild mit den drei Grazien an. Mit wenigen Ausnahmen ziehen mich abstrakte Bilder nicht in den Bann. So erging es mir auch mit deinem Bild mit den nackten Damen, das du an den Anfang deiner schriftlichen Ausführungen stelltest. Mein Blick huschte darüber weg und blieb am Text hängen. Fertig gelesen scrollte ich die Email zurück. Als das Bild wieder auf dem Bildschirm erschien, machte ich Halt und schaute es ganz bewusst an. Noch war es einfach ein Gemälde mit weichen Pastellfarben. Langsam wurde mein Interesse geweckt. Als ich merkte, dass mit den vielen Armen etwas nicht stimmt, war ich leicht verunsichert. Kann ich nicht mehr logisch denken oder ist dir ein Fehler unterlaufen, dachte ich. Je länger ich die gesamte Fläche oder einzelne Abschnitte begutachtete, desto mehr hinterliess dein Werk einen starken Eindruck. Sibylle, du hast es geschafft, dass ich nicht mehr a priori moderne Malerei verteufle. Ich wünsche dir weiterhin ein stetes Voranschreiten auf dem Weg zur Vollkommenheit – auch wenn man sie nie erreicht, lohnt sich die Mühe allemal. Gleichzeitig hoffe ich, dass du noch viele Sachverständige und Banausen mit den Aussagen deiner Bilder überraschen kannst.
Liebe Grüsse. Myrtha Kuni

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Einen Auszug aus miener Ansprache an der Vernissage für die die nicht dabei sein könnten:

In dieser Ausstellung zeige ich sowohl abstrakte Kunst sowie Ballerinas.

Abstraktion: Warum und Wie?

  • Grundlage für mich sind Kants Kategorien der Ästhetik in der Kunst, die ich immer wieder studiere.

  • Ich habe Schriften von Kandinsky gelesen, wie er zur Abstraktion kam und beschäftige mich seit Jahren mit der Kunsttheorie

  • Das alles hilft maßgeblich beim Malen von Abstrakten Bildern.

  • Eine von Kants Kategorien ist die Alterität, die Andersheit der Kunst * Kunst ist etwas anderes als Alltag, * wir alle brauchen mehr als nur Alltag, etwas Zweckfreies.

  • Für mich ist es immer ein Eintauchen in andere Räume

  • Dieses Raumerlebnis möchte ich auch Ihnen anbieten

  • In einem offenen Zeichensystem, damit jeder seine eigene Gedanken zu seinem Raumerlebnis machen kann. Ohne Bevormundung.

  • Zur meiner Arbeitsweise nur so viel – die Bilder sind mit Ölfarben und selbstgemachtem Malmittel gemalt. Die Leinwände stelle ich auch selbst her: von Hand genagelt und grundiert.

  • Ich wünsche ihnen viel Freude beim Betrachten von diesen neuen, anderen Welten – und es darf wirklich jeder sehen was er will. Mein Mann sieht zum Beispiel einen Vogel…

Die Ballerinas

  • Ich werde immer gefragt – tanze ich?

  • Wurde Degas, der auch Ballerinas gemalt hat, das auch gefragt?

  • Nein, ich tanze nicht, aber warum male ich Ballerinas?

  • Kunst ist auch Handwerk, und um ein Handwerk zu können muss man üben. Für mich sind die Ballerina eine sehr anstrengende, konzentrierte Übung in dem Einfangen von Licht und Bewegung.

  • Ich male jede Woche 2 Stunden in der Ballet Schule Liestal junge Tänzerinnen beim Unterricht. Ich bin wie die Fliege an der Wand, einfach da mit der Staffelei.

  • Niemand steht für mich still.

  • Angefangen vor etwa 8 Jahren mit Tusche und schwarz/weiss Zeichnungen.

  • Nach 2 Jahren dachte ich, ich muss es jetzt mit Farbe versuchen.

  • Bevor ich mich überhaupt für eine Farbe entschieden hatte, war die Bewegung schon weg!

  • Aber ich hielt durch, und nun gelingt es mir, die Bewegungen in Farbe einzufangen. Ich bin immer besonders glücklich, wenn ich es schaffe, eine Gruppe auf Papier zu bringen!

  • Einmal hatte ich alles vorbereitet, die Farbe auf der Palette, Staffelei… Oje! Keine Pinsel!

  • Dann malte ich einfach, notgedrungen, mit meinem Finger! Es ging erstaunlich gut!

Es ist eine farbige Ausstellung!

Ein Kunstwerk ist eine Komposition aus Farbe, Form und Bewegung.
In einer Zeit von zunehmender Düsterheit plädiere ich für mehr Farben im Leben. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Beweise, dass Farbe mehr Freude bringt… daher wünsche ich Ihnen allen viel Freude mit meiner farbigen Ausstellung!

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Wie werde ich Urteilsfähig um ein Bild betrachten zu können?

Anlässlich der Vernissage in Basel vor 2 Wochen wurde ich gefragt, was sind ästhetische Kategorien?
Immanuel Kant hat als erster in seiner „Kritik der Urteilkraft“ diese Kategorien aufgeschrieben und zwar in Paragraphenform. Sie bilden ein Regelwerk, mit dem wir zur Urteilsbildung gelangen können. Ein Urteil kann sich nur jemand bilden, der urteilsfähig ist. Ansonsten bleibt es beim Subjektiven „ja, ich mag das Bild“ oder „nein ich mag es nicht“ – das ist kein Urteil, das ist eine Meinung, die nicht unwichtig ist.

Was ein Kunstwerk ist – das ist schwer zu sagen und kristallisiert sich erst über eine längere Zeit heraus. Aber was ein Kunstwerk zu einem Kunstwerk macht, dafür gibt es Urteilskriterien und das ist eine Kernfrage der Kunsttheorie. Sowie ein Richter zu einem Urteil durch Paragraphen gelangt, so gelangen wir durch die Kategorien, z. B. jene von Kant, zu einem wahren Kunsturteil.

Weisheit über das Leben zu erlagen, ist die Kernfrage der Philosophie. Die Philosophen richten diese Frage auf etwas, das gegeben ist – auf das Leben, die Natur. Das bekommen wir geschenkt. Sie untersuchen Gegebenes – die Schöpfung.

Kunst ist aber in der Schöpfung nicht vorhanden. Sie ist von Menschen gemacht. Sie ist künstlich. Was gehört zur Kunst und was nicht? Wir müssen den Gegenstand zuerst erfassen, das ist schwierig. Die Existenzweisen der Kunst – was ist die große Kunst? Reitkunst, Kochkunst – gehört das alles zur Kunst? Wenn alles Kunst ist, dann haben wir keine Kunst mehr.

Natur hat etwas Schönes – das ist das Naturschöne. Kunst hat das Kunstschöne. Die Theorie der Ästhetik und die Theorie der Schönheit kann man fast nicht auseinander halten. Dazu kommt noch, dass Kunst sinnhaft sein soll – Kunst muss einen Sinn ergeben. In uns Menschen wohnt ein Sinn und wenn wir einen Sinn haben und das Kunstwerk keinen (jetzt bin ich provokant z. B. Werke von Jackson Pollock), können wir uns nicht damit in Bezug setzen. Nur Bekanntes kann sich in Beziehung setzen.

Das Gleiche gilt für die Abstraktion. Ein abstraktes Bild muss ein „Rest Natürliches Element“ enthalten, damit wir uns mit dem Bild in Beziehung setzten können. Der Mensch ist eben eine Mischung aus Natur und Geist.  Wenn ein abstraktes Bild nur rein geistig ist (z. B. Red, Yellow, Blue von Ellsworth Kelly) und kein Rest Natürliches besitzt, lässt das Bild uns kalt. Es ist vielleicht dekorativ, aber nicht sinnstiftend. Es berührt uns nicht.

„Große Kunst verschafft uns Augen für etwas, für was wir vorher nicht sehen konnten. Kleine Kunst macht nur Formwandel von Bestehendem“ sagte Martin Heidegger. Mit dem kann ich ganz gut leben.

Ich denke das ist genug zum nachdenken für heute und freue mich wie immer über euer Feedback!